Race Across America 2011 in Bild, Wort und Material

 

 

 

 

 

 

 

Die Daten sind klar, die Karten sind gestaltet und gedruckt – alles ist für unsere Präsentation des Race Across America 2011 bereit!

Am 22. und 23. September 2011 finden in Münsingen zwei Abende statt, mit denen wir allen Interessierten einen tieferen Einblick in unser Abenteuer bieten möchten. Zahlen und Fakten, gemischt mit schönen Bildern und Material zeigen die verschiedensten Seiten des Race in all ihren Facetten.

Die Präsentationen finden im Gasthof Löwen in Münsingen statt und beginnen jeweils um 20.00 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt einheitlich CHF 15.-. Reservationen können per E-Mail auf info@nikzeindler.ch gemacht werden. Reservierte Plätze verfallen, falls die Tickets bis 20 Minuten vor Beginn nicht abgeholt worden sind. Wir freuen uns sehr und sind gespannt!

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9744 Höhenmeter an einem Tag

Jetzt hab ich ja so Zeit für die Details … der härteste Tag war wahrscheinlich der vorletzte Renntag: Nach 2h Schlaf folgten 9744 Höhenmeter auf eine Distanz von lausigen 463.0 Kilometern. Zum Glück wusste ich das vorher nicht ! Da war dann die
Stunde Schlaf im Followcar vor dem letzten Tag sehr willkommen.

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53’000 Höhenmeter !

Gemäss Auskunft des OK haben wir also am RAAM 2011 total 53’000 m Höhendifferenz bewältigt – und natürlich auch als Abfahrt jeweils wieder genossen 🙂
Pro Tag also ca. 470km Distanz und dazu 5000 m Steigung … ein flottes Trainingslager.

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Let’s be proud :-)))

Lieber temporaerer Fanclub ! Nun habe ich zusammen mit Ursula mal in Ruhe all die schoenen Beitraege und Kommentare aus Blog und Gaestebuch eingeschluerft, dazu die Bilder genossen und das unglaubliche Rennen revue passieren lassen. Und da bleibt mir am Schluss einfach die Erkenntnis, dass wir eigentlich alles gut gemacht und ein Bombenrennen hingelegt haben:

Als nicht mehr ganz junger Rookie (erstmalige Teilnahme am RAAM) sind meine 10 Tage und 4h eine sehr respektable Zeit, in der Gesamtrangliste aller etwa 43 Gestarteten – immerhin ein rechter Teil der momentane Weltelite – lande ich auf dem 9. Rang.

Den aufgestellten Zeitplan haben wir waehrend der gesamtem Renndauer ziemlich genau einhalten koennen, was von einer konstanten und zuverlaessigen Leistungsbereitschaft ohne Einbrueche zeugt.

Mein Team hat auf der ganzen 4800km langen Strecke ausser zwei ganz kleinen Unsicherheiten keinen einzigen Navigationsfehler gemacht und mich erfolgreich ueber teilweise sehr anspruchsvolles Terrain gelotst. Dazu gab es waehrend den 10 hoechst anstrengenden Tagen und Naechten das viel erwaehnte Konzentrationsloch nicht, alle waren stets bei der Sache, und das bei sehr kurzen Naechten.

Die Motorhomecrew als Verpflegungs-, Hotel- und Pressedrehscheibe hat mehr als ganze Arbeit geleistet und Verpflegungstaschen, Sandwiches sowie News stets frisch bereitgestellt und auch den ganzen Muell wieder abgeraeumt. Sehr viele positive Rueckmeldungen den erfreuten Bog-lesenden zeugen vom guten Service.

Waehrend des ganzen RAAM brauchten wir aus der Medizinkiste nur das Wundpflegematerial (Dammpflegesalzbad, Desinfektion, Second-Skin und Bepanthen). Alles andere nehmen wir unbenutzt wieder nach Hause ! Andere Teams fahren da ganz anders ein.

Wir sind stolz auf unsere Leistung mit dem Bewusstsein, dass uns auch das Glueck wohlwollend begleitet hat !

Ob wir ein naechstes Mal etwas aendern wuerden ? Grosses sicher nicht, nur feilen an den Details. Aber erfahrungsgemaess laeuft es beim zweiten Mal vielleicht ganz anders…

So, morgen ist fertig packen und dann sehen wir uns bald wieder in der Schweiz.

See you soon, Nik

 

 

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Zieleinfahrt in Annapolis

25. Juni 2011, 19.45 Uhr Ortszeit. The Docks, Annapolis, Maryland. Nik biegt ein auf die Zielgerade. Grosser Applaus brandet auf, Nik steigt vom Rad. 3000 harte Meilen liegen hinter ihm, der Atlantik vor ihm. Das Race ist geschafft. Das Ziel erreicht.

Dabei waren die 20 Stunden vor der Zieleinfahrt einer der härtesten Tage an diesem Race 2011 überhaupt. Nach einer sehr kurzen Schlafpause in Cumberland setzt sich Nik morgens bereits um halb zwei Uhr in den Sattel. Nur eine Stunde Schlaf konnte er geniessen. Mit dem gestrigen zermürbenden Tag ist der Wunsch, das Rennen endlich zu beenden, nur noch grösser geworden.

Die beiden ersten Etappen sind zwar distanzmässig nicht sehr lang, dafür führen sie über kurze und knackige Anstiege, denen alle Athleten am letzten Tag sehr respektvoll begegnen. Die nachfolgenden Abfahrten verlangen vollste Konzentration. So schnell ist man am Boden und die Hoffnung, das Race zu beenden, begraben. Zudem hat sich Nik die letzten zweihundert Meilen etwas einfacher vorgestellt und ist mental auf einen lockeren und flachen Tag eingestellt. Wirklich flach ist es aber nie, das Höhenprofil jeder Etappe weisst Roller und Hügel von mindestens sechzig Meter Höhe aus. Das summiert sich zusammen.

An der Time Station beim Bikeshop in Mount Airy trifft Nik sehr müde und ebenso frustiert ein. Die letzten Etappen führen allesamt über grosse Zubringerstrassen nach Annapolis. Grosses Verkehrsaufkommen zusammen mit der grossen Müdigkeit sind das Letzte, was er jetzt braucht. Eine kurze Pause von fünfzehn Minuten Dauer lindern den Frust, er nimmt die letzten rund 85 Kilometer in Angriff.

Rangmässig ist das Rennen bereits entschieden. Sieben Fahrer aus der Kategorie U50 sind vor ihm in Annapolis eingetroffen. Ein Fahrer aus seiner Kategorie der 50-59 Jährigen hat den Zielstrich bereits überquert. Im Gesamtklassement belegt der so den sehr guten neunten Rang, in der Alterskategorie sogar den ausgezeichneten zweiten Platz! Nach der endgültigen Zeitnahme kurz vor dem Finish in Annapolis kann er so die letzten Kilometer richtig geniessen. Plaudert und blödelt mit der Crew im Follow Car. Derweil wartet der Rest des Teams im Ziel auf seine Ankunft. Das Filmteam und der Fotograf stehen bereits, um die Zieleinfahrt zu dokumentieren. Mittlerweile hat Daniel bereits zehn Minuten den Zielraum gefilmt, ohne dass Nik eingetroffen wäre. Auch Fotos entstehen bereits unzählige. Das Licht wäre perfekt, fehlt nur noch der Fahrer.

Dann endlich ist es soweit. Zwei, drei Umdrehungen und eine sanfte Bremsung. Nik überquert die Ziellinie auf der Fussgängerpromenade direkt im Hafen von Annapolis. Es ist geschafft. 10 Tage und 4 Stunden. So lange war er durch die USA unterwegs.

Die unmittelbaren Feierlichkeiten im Zielgelände dauern bis um halb zwölf Uhr an. Der Schlafentzug macht sich aber sehr stark bemerkbar. Die Crew geniesst jetzt den verdienten Schlaf im Hotel in Annapolis. Nur der Medienverantwortliche ruht noch nicht: Der ist immer noch wach.

Diese Tatsache zeigt eine der Schwierigkeiten der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit auf. Während des Tages lässt sich viel vorbereiten, Berichte und Photos bis zu einem gewissen Grad bereits schreiben, aufbereiten und anpassen. Die entgültige Fassung entsteht dann aber abends, nachdem der Rennfahrer im Bett verschwunden ist und auch die Crew schläft. Dies dauert dann im Minimum nochmals anderthalb Stunden, die ebenso dringend auch für den wichtigen Schlaf genutzt werden sollten. Das zweite grosse Problem ist die Internetverbindung, die auch in der Wüste problemlos genutzt werden sollte können. Und das ist manchmal gar nicht so einfach. Der Beitrag wäre inklusiv Bilder komplett vorbereitet, nur das Internet streikt. Sehr mühsam  und mit Aufwand verbunden. Glücklicherweise hat aber alles wie geplant geklappt.

Eine gute Berichterstattung ist aber ebenso wichtig, verfolgen doch viele Leute das Abenteuer im Internet. Tagtäglich verzeichnet unser Blog mehrere hundert Zugriffe. Das Online-Dossier der Berner Zeitung wird studiert. Das Gästebuch wird rege genutzt, um uns gute Worte und auch Fragen zulassen zu kommen. Viele Aufmunterungen und freudige Kommentare habe ich während der zehn Tage Nik und dem Team direkt zukommen lassen, was während der besonders wichtigen Stunden extrem wichtig für die Moral war. Offenbar interessiert es sehr viele Leute, wie Nik im Rennen liegt und wie er vorwärts kommt. Und genau das macht diese schwierige Arbeit so wertvoll. Für mich ist es eine grosse Freude, all diese Rückmeldungen lesen zu können. Dafür möchte ich mich im Namen des ganzen Teams sehr herzlich bedanken.

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Frust und Regen

Irgendwann musste dieses Race ja doch noch mal mühsam werden. Ihn bisher zehn Tagen gefühlte zwanzig Regentropfen und mit Ausnahme von drei Stunden mit Rückenwind – wenn es schon nicht das Wetter ist, können es nur die Strassen oder der Verkehr sein.

Fluchend und wütend trifft Nik nachmittags um 14.30 Uhr bei der Time Station in Grafton, West Virginia ein. 200 Kilometer sehr mühsames Auf und Ab, Strassen in extrem schlechtem Zustand und viele eingeatmete Liter Autoabgase liegen hinter ihm. Die Crew im Follow Car bekommt auf der Strecke einige Fluchtiraden ab. Nik als ansonsten sehr ruhiger Typ entschuldigt sich bei seinem Begleiter Ueli in der kurzen Mittagspause mit den Worten: „Es tut mir leid, aber du bist halt am nächsten am Fenster gesessen.“

Ihn zieht es sofort weiter: Die Aufstiege in den Appalachen sind zwar nicht lang, aber sehr steil. Die Etappen bis Cumberland hinter sich zu bringen, ist das Tagesziel. Sich den Frust über die letzten paar vergangenen Rennstunden vom Leib fahren zu können, erleichtert dabei die Arbeit ungemein. Die Distanz bis zum Zielstrich verringert sich mit jedem gefahrenen Kilometer. Schon bald wird man die salzhaltige Luft des Atlantik riechen können.

Nun kommen wir in die Nähe der Ostküste, was man an der Wetterlage bemerkt. Die Bewölkung ist stärker und während des ganzen Tages präsent. Zwischendurch gibt es auch lokale Regenschauer. Es nieselte heute während mehrerer Stunden, einmal erwischten wir auch einen stärkeren Regenguss. Aufgrund des bergigen Reliefs sind die Windeinflüsse geringer.

Wir sind im Schlusssprint – andere Angelegenheiten haben Priorität und die Informationen heute nicht so ausführlich. Ein weiteres Portrait eines Teammitglieds folgt morgen. Annapolis ruft uns.

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Früher aufstehen und die Strategie wechseln

Zwei Uhr morgens. Um diese Zeit beginnt der heutige Arbeitstag am RAAM. Nach nur etwa drei Stunden Ruhe juckt die erste Crew wieder aus dem Schlaf. Nik hat sich am vorigen Abend entschieden, eine Stunde Schlaf zu opfern, um schneller voranzukommen. Nun ist der Zielstrich in Sichtweite, das Ende der unzähligen Stunden auf dem Rennrad absehbar.

Begleitet von Christine und Christian, sowie ergänzend vom Medienverantwortlichen und seiner Kamera, nimmt er in den hoffentlich drittletzten Renntag in Angriff. Die Strecke führt während der ersten, noch dunklen Stunden über die leichten Wellen von Sullivan nach Bloomington, das bei Sonnenaufgang durchfahren wird und die Time Station 39 abgehackt werden kann. Unterwegs legt er sich nochmals zwanzig Minuten hin, um zu schlafen.

Die Etappe nach der Mittagspause in Greenburg erinnert beim Durchfahren sofort an das Schwarzenburgerland. Kleine, gewundene Strässchen führen durch unzählige Dörfchen, dazwischen fällt die Strecke mehrmals abrupt ab, um sich nach der Abfahrt zu einem Flussbett auf der anderen Seite sofort wieder heraufzuarbeiten – mühsam und kraftraubend. Geplant war für heute die Strecke bis Chillicothe in Ohio. Um zehn Uhr abends erreicht Nik das Hotel direkt bei der Time Station. Es reicht für ungefähr vier Stunden Ruhe. Danach wartet bereits wieder die „Arbeit“. Bilanz des Tages: 464 Kilometer.

Anstrengend sind die vielen Kilometer für alle im Team. Nach nun achteinhalb Renntagen ohne Unterbruch sind die Kraftreserven fast aufgebraucht. Natürlich bringen die letzten Rennstunden neue Energien hervor. Die Erfahrung zeigt aber, dass sich in den letzten drei Tagen schwere Unfälle ereignen, weil die Teammitglieder übermüdet sind und die Konzentration nachlässt. Deshalb hat sich Nik in Absprache mit der Teamleitung entschieden, dass die Crews im Follow Car nach jede Etappe wechseln. Die Konzentration ist während der Etappen somit höher und das Risiko eines Fehlers oder Unfalls kleiner. Auch im Mobil Home wechseln sich die Fahrer nach jedem Abschnitt ab. Dies bedingt für das RV kürzere Standzeiten an den Time Stations, da es ja immer die ruhenden Begleiter des Follow Cars an den nächsten Ablöseort transportieren muss.

Bild: Timo Schaub

Timon Rupp ist der Initiant und Produzent des Films über die Teilnahme von Nik am RAAM. Wie Timo Schaub und Daniel Jeseneg ist er Student an der Hochschule Luzern in der Studienrichtung „Video“. Im Winter 2009 erfuhr er vom Projekt von Nik und war sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Regie, Kamera, Ton, Fahren und Finanzierung gehören zu seinen Verantwortungen und Kompetenzen. Wir sind sehr gespannt auf die filmische Umsetzung des Abenteuers in den USA.

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Mississipi überquert: Nur noch 1’300 Kilometer

Nik ist schnell unterwegs. Nach Erreichen der Distanzhalbzeit vor zwei Tagen konnte er heute mit dem Überqueren der Mississipi Bridge in Alton auch das zweite Drittel der rund 3000 Meilen vom Pazifik an den Atlantik abschliessen. 500 Meilen in knapp 41 Stunden – das darf sich durchaus sehen lassen! Immerhin entspricht es einem Schnitt von 19.6 Stundenkilometern inklusive aller Pausen.

Gestartet ist der Sportler morgens um 02.20 Uhr. So früh, weil wir am vorderen Abend bereits um 21.30 Uhr im Hotel in Jefferson City eingetroffen sind. Die zwei letzten Etappen in Missouri führten ihn über Washington zur Mississipi Bridge bei Alton, Illinois. Um 11 Uhr überquerte er dieses staatenverbindende Bauwerk über einen der grössten Flüsse der Vereinigten Staaten.

Mit dem Überqueren dieser grossen Brücke sind seine Chancen, das Ziel in Annapolis zu erreichen, markant gestiegen. Statistisch gesehen, haben es bisher die meisten der Teilnehmer, welche den Mississipi River überquerten, bis zum Zielstrich geschafft. Andererseits kann man auch sagen: 915 Meilen – das sind immer noch 1472 Kilometer. Anderthalb mal die Tortour. Dieser Meilenstein täuscht also ein bisschen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Fahrer und Team weiterhin völlig konzentriert bleiben.

Um 10.00 Uhr abends – und somit auch um 10.00 Uhr Race Time, weil wir uns jetzt in der letzten der vier Zeitzonen befinden, die durchfahren werden – trifft Nik beim Hotel in Effingham ein, wo er einige Stunden schlafen wird. Starten wird er morgens um 03.00 Uhr. Vier Stunden Schlaf und je eine halbe Stunde für Vor- und Nachbereitung müssen reichen. Zu fest zieht es ihn weiter Richtung Atlantik.

Daniel Jeseneg ist nach Timo Schaub der zweite Filmstudent, der Nik bei seinem Abenteuer RAAM 2011 begleitet. Er ist verantwortlich für Kamera, Ton und Autofahren – ausserdem bringt er mit seinem Humor das gesamte Team regelmässig zum Lachen.

 

 

Bild: Timo Schaub

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Getrieben vom Wind

Jetzt haben wir also die Hälfte des langen Weges an den Atlantik hinter uns. Im Route Book ist die Angabe der noch zu fahrenden Kilometer ist nun weniger hoch als die der bereits absolvierten. Nik fühlt sich nach wie vor gut, der Ehrgeiz ist unvermindert gross. Der Stand der momentanen Rangliste interessiert ihn sehr – mindestens zwei Mal pro Tag möchte er wissen, wo er steht und wie weit die nächsten Fahrer vor und hinter ihm entfernt sind.

Bild: Christine Rentsch

Heute Morgen um 03.40 Uhr startet er zu einem weiteren langen Race-Tag. Die Strassen sind nach dem Durchzug der Kaltfront noch ein bisschen nass. Das stellt soweit kein Problem dar. Das Wetter wird gemäss Voraussage des nationalen Wetterdienstes trocken bleiben, die Gefahr von Wetterkapriolen wie Tornados ist minim und der Wind stimmt weiterhin.

Das Gelände wird mit der Einfahrt nach Missouri wieder coupierter. Viele flache und kurze Hügel – in den USA werden diese „Rollers“ genannt – folgen aufeinander. Auf der einen Seite gleitet man hinab und auf der anderen muss man dann die Höhe wieder mit Arbeit gutmachen, weil der Schwung nicht reicht. Solche „Roller“ sind im Durchschnitt um die 20 bis 30 Meter hoch. Muss man aber 200 solcher kleiner Anstiege bewältigen, ergibt sich eine imposante Höhendifferenz. Mit dem Rückenwind zusammen ist diese Herausforderung aber ohne Probleme zu bewältigen. Nach einem langen Tag mit fünf Etappen und 467.3 Kilometern entscheidet sich Nik für die Übernachtung in Jefferson City.

Nik ist einer der wenigen Athleten, die mit einem deutlich höheren Schlafpensum pro Tag unterwegs ist. Viele andere Rennfahrer schlafen pro Tag ungefähr anderthalb bis zwei Stunden. Nik ruht doppelt so viel – vier Stunden täglich. Dafür muss er die verlorenen Stunden mit einem höheren Tempo auf der Strasse kompensieren, was aber ohne Probleme klappt. Meist holt er noch einen Vorsprung heraus. Gegen Ende des Rennens lässt diese Strategie dann sogar taktische Spielereien zu.

Bild: Timo Schaub

Ausserdem bringt die Strategie mit mehr Ruhe auch Vorteile bezüglich der Sicherheit. Der Kopf ist deutlich ausgeruhter, der Athlet dadurch viel konzentrierter unterwegs. Das Risiko eines Sekundenschlafs – beim RAAM wegen der Übermüdung ab einem gewissen Zeitpunkt einer der grössten Risikofaktoren – wird so effektiv vermindert.

Timo Schaub ist einer der drei Filmstudenten, die das Race Across America von Nik mit bewegten Bildern festhalten. Er studiert zusammen mit Timon Rupp und Daniel Jeseneg an der Hochschule Luzern im Studiengang „Video“. Die Aufgaben teilen sich dir drei gleichmässig untereinander auf. Timo ist zuständig für die Kamera, den Ton sowie das Autofahren.


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Wind und Wetter

Springfield – unser Zuhause für wenige Stunden. Leider war er nicht das aus der TV-Trickfilmserie „Die Simpsons“. Aber schön war es trotzdem.

Bild: Ursula Zeindler

Auf jeden Fall will der Athlet die heutigen Windverhältnisse perfekt nutzen. Morgens um halb drei Uhr macht er sich auf den Weg, immer im Lichtschein der Frontscheinwerfer des Follow Car. Der Weg führt Richtung Kansas, auf dem Weg zur ersten Time Station in Montezuma lässt man den Staat Colorado hinter sich.

Bild: Ursula Zeindler

Vor Montezuma kommen zum ersten Mal die Wetterverhältnisse der Great Plains zum Tragen. Auf die Meile genau platziert, kann Nik den Rückenwind einer herannnahenden, kleinen Kaltfront nutzen, um viel Zeit auf die vor ihm platzierten Rennfahrer gutzumachen. Mit gut 50 Stundenkilometern prescht er über die endlosen Ebenen und entscheidet sich an der ersten Time Station, die Pause auf ein Minimum zu reduzieren. Solch ein Rückenwind muss genutzt sein!

Alles in allem absolviert er an diesem sechsten Renntag über 535 Kilometer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt inklusive aller Pausen und der Halbzeitfeier mit Kaffee von Starbucks auf der zweitletzten Etappe bei über 29.7 Stundenkilometer. Ein einsamer Spitzentag also.

Wettertechnisch zeigen sich aber auch die wilden Seiten der Great Plains. Zwischen zwei Fronten, die sich ebenfalls gegen Osten bewegen, rast Nik mit starkem Rückenwind der Time Station in Maize entgegen. Eine Stunde bevor er dort eintrifft, zerstört ein kräftiges Gewitter nach Maize einige Dutzende Telefonmasten, welche mitten auf die Rennstrecke krachen. Niemand wird verletzt, die Strecke muss aber umfahren werden, was aber ohne Probleme klappt. Immer nah hinter der Front unterwegs, darf die ganze Crew auf der letzten Etappe nach El Dorado einem Gewitter der Extraklasse beiwohnen. Auch das Wetter ist in den USA grösser, schneller und extremer.

Nach eingehender Analyse der Wetterlage sowie aller Warnungen des nationalen Meteorologiedienstes zeigt sich, dass etwa 120 Kilometer nördlich unserer Route einige Tornados entstanden. In den nächsten drei Tagen bewegen wir uns im mittleren Westen, der aktivsten Tornadozone der gesamten USA. Im Moment sieht es aber gut aus, wir sollten ohne grössere Probleme durchkommen. Das Gefühl bei der Durchfahrt ist aber immer speziell, vor allem wenn man weiss, dass Tornados jeweils in der Nähe von Gewittern entstehen, deren Kraft wir heute eindrücklich erleben konnten.

Bild: Daniel Jeseneg

Thomas Sigrist, seines Zeichens ausgebildeter Physiotherapeut, unterstützt Nik bei seinem Unterfangen, die USA zu durchqueren. Auch bei ihm hoffen wir, dass er nie notfallmässig eingreifen muss. Sollte das aber von Nöten sein, weiss er, was zu tun ist. Zusammen mit Ueli Lüthi lotst er Nik im Follow Car zuverlässig von West nach Ost.

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