Die Rocky Mountains stehen an

Photo: Ursula Zeindler

Als wir am Abend in Montezuma Creek eintrafen, war die Time Station leer. Frühmorgens um vier Uhr sieht das ganz anders aus. Vier Fahrer haben hier zusammen mit ihren Teams das Lager aufgeschlagen. Offenbar waren auch sie davon überrascht, dass es zwischen Bluff und Cortez keine Übernachtungsmöglichkeit gibt. Auch darf man dort ausser an den Time Stations nirgends campieren. Die Strecke führt ja bekanntlich durch ein Indianerreservat und deren Bewohnern möchte man ihre Ruhe lassen. Unsere Fahrzeuge sind auf jeden Fall voll besetzt. Timon macht es sich auf dem Dach des Media Car gemütlich. Im Follow Car schläft jemand. Christine und Ueli legen ihre Matten neben dem Mobil Home aus.

Die Landschaft ändert auch hier innert Stunden, so zügig sind wir unterwegs. Eben noch im rostroten Monument Valley, geht die Landschaft bis Durango in satte Grüntöne über Auch sieht man in dieser Gegend vermehrt Camper. Touristisch hat dieser Landstrich sehr viel zu bieten. Und wir bedauern manchmal, dass wir an dieser wunderbaren Umgebung nur vorbeibrausen. Dem Schreiberling macht dieser US-Roadtrip auf jeden Fall Appetit auf mehr.

Nach Durango steigen wir richtig in die Rocky Mountains ein. Nach einem langen Aufstieg erreicht er schliesslich auf dem Wolfs Creek Pass, 3140 Meter hoch, das Dach des RAAM 2011. Nach einem technischen Problem und einem Wechsel des gesamten Rennrades kurz nach dem Einstieg in die Abfahrt schafft er den Abstieg ohne Probleme und macht sich nach einer kurzen Pause von zehn Minuten Dauer an der Time Station in South Fork Richtung Hotel in Alamosa auf.

Photo: Timon Rupp

In den letzten Tagen war vor allem die körperliche und geistige Verfassung von Nik Thema. Bei so einem grossen Rennen interessieren aber eben auch die Zahlen. Nicht weiter verwunderlich: Heute Abend in South Fork, Colorado – Time Station 17 –hat Nik exakt 1’544.16 Kilometer absolviert. Bis zu dieser Zeitnahme ist er seit 3 Tagen, 6 Stunden und 12 Minuten unterwegs.. Durchschnittlich legte er bis jetzt pro Tag 386.04 Kilometer zurück, was einem Stundenschnitt von 16.09 Kilometern entspricht. Darin sind alle Pausen eingerechnet. Jetzt hat er rund einen Drittel der Gesamtdistanz bis zum Atlantik absolviert. Und ist nach wie vor exakt im Zeitplan.

Photo: Timon Rupp

Bei der Gluthitze von Südkalifornien sind diese Durchschnittszahlen nicht zu verachten. Teilweise herrschten Temperaturen von 38 Grad Celsius im Schatten. Zusammen mit dem verminderten Fahrtwind in den langen Aufstiegen ergibt das eine unglaubliche Hitze. Viel Flüssigkeitsaufnahme ist hier das A und O. Ansonsten kann es sein, dass man bereits hier, in den ersten zwei Tagen, das Race Across America aufgeben muss. Glücklicherweise sanken die Temperaturen in die Rocky Mountains markant, was die langen Etappen auf dem Rad um einiges angenehmer macht.

Christine Rentsch, Physiotherapeutin, bildet zusammen mit Christian eines der beiden Teams im Follow Car. Bis jetzt wurde sie rein fachlich nicht besonders beansprucht, was höchst erfreulich ist. Sollten aber einmal körperliche Probleme auftauchen, wird sie zusammen mit Thomas Sigrist zur Stelle sein. Auch er ist von Beruf Physiotherapeut. Die beiden haben auch das medizinische Know-how, was bei einem Race, das körperlich und mental an die äussersten Grenzen des Machbaren führt, unbedingt vorhanden sein sollte.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Die Rocky Mountains stehen an

  1. Pesche&Rita schreibt:

    Auch wir verfolgen natürlich Nik’s Rennen. Jeden Abend auf dem Handy. Sei es in Malmö, Kopenhagen oder wie zur Zeit in Klintholm. Früher hat sich Nik in den Steigungen jeweils an einen Traktor gehängt um es bequemer zu haben :-). Nik würde dich gerne am nächsten Etappenziel mit einer Tomate begrüssen.

  2. Nicole Walliser schreibt:

    Es esch so cool emmer weder z läse, wo er grad sind ond was er erläbet. Ond ech stuhne emmer meh, öber das was de Nik, aber au s ganze Betreuerteam leischtet-ganz e grossi Sach!
    Ech wönsche euch allne wiiterhin vel, vel Energie ond Erfolg!
    Nicole

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s