Wind und Wetter

Springfield – unser Zuhause für wenige Stunden. Leider war er nicht das aus der TV-Trickfilmserie „Die Simpsons“. Aber schön war es trotzdem.

Bild: Ursula Zeindler

Auf jeden Fall will der Athlet die heutigen Windverhältnisse perfekt nutzen. Morgens um halb drei Uhr macht er sich auf den Weg, immer im Lichtschein der Frontscheinwerfer des Follow Car. Der Weg führt Richtung Kansas, auf dem Weg zur ersten Time Station in Montezuma lässt man den Staat Colorado hinter sich.

Bild: Ursula Zeindler

Vor Montezuma kommen zum ersten Mal die Wetterverhältnisse der Great Plains zum Tragen. Auf die Meile genau platziert, kann Nik den Rückenwind einer herannnahenden, kleinen Kaltfront nutzen, um viel Zeit auf die vor ihm platzierten Rennfahrer gutzumachen. Mit gut 50 Stundenkilometern prescht er über die endlosen Ebenen und entscheidet sich an der ersten Time Station, die Pause auf ein Minimum zu reduzieren. Solch ein Rückenwind muss genutzt sein!

Alles in allem absolviert er an diesem sechsten Renntag über 535 Kilometer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt inklusive aller Pausen und der Halbzeitfeier mit Kaffee von Starbucks auf der zweitletzten Etappe bei über 29.7 Stundenkilometer. Ein einsamer Spitzentag also.

Wettertechnisch zeigen sich aber auch die wilden Seiten der Great Plains. Zwischen zwei Fronten, die sich ebenfalls gegen Osten bewegen, rast Nik mit starkem Rückenwind der Time Station in Maize entgegen. Eine Stunde bevor er dort eintrifft, zerstört ein kräftiges Gewitter nach Maize einige Dutzende Telefonmasten, welche mitten auf die Rennstrecke krachen. Niemand wird verletzt, die Strecke muss aber umfahren werden, was aber ohne Probleme klappt. Immer nah hinter der Front unterwegs, darf die ganze Crew auf der letzten Etappe nach El Dorado einem Gewitter der Extraklasse beiwohnen. Auch das Wetter ist in den USA grösser, schneller und extremer.

Nach eingehender Analyse der Wetterlage sowie aller Warnungen des nationalen Meteorologiedienstes zeigt sich, dass etwa 120 Kilometer nördlich unserer Route einige Tornados entstanden. In den nächsten drei Tagen bewegen wir uns im mittleren Westen, der aktivsten Tornadozone der gesamten USA. Im Moment sieht es aber gut aus, wir sollten ohne grössere Probleme durchkommen. Das Gefühl bei der Durchfahrt ist aber immer speziell, vor allem wenn man weiss, dass Tornados jeweils in der Nähe von Gewittern entstehen, deren Kraft wir heute eindrücklich erleben konnten.

Bild: Daniel Jeseneg

Thomas Sigrist, seines Zeichens ausgebildeter Physiotherapeut, unterstützt Nik bei seinem Unterfangen, die USA zu durchqueren. Auch bei ihm hoffen wir, dass er nie notfallmässig eingreifen muss. Sollte das aber von Nöten sein, weiss er, was zu tun ist. Zusammen mit Ueli Lüthi lotst er Nik im Follow Car zuverlässig von West nach Ost.

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