Früher aufstehen und die Strategie wechseln

Zwei Uhr morgens. Um diese Zeit beginnt der heutige Arbeitstag am RAAM. Nach nur etwa drei Stunden Ruhe juckt die erste Crew wieder aus dem Schlaf. Nik hat sich am vorigen Abend entschieden, eine Stunde Schlaf zu opfern, um schneller voranzukommen. Nun ist der Zielstrich in Sichtweite, das Ende der unzähligen Stunden auf dem Rennrad absehbar.

Begleitet von Christine und Christian, sowie ergänzend vom Medienverantwortlichen und seiner Kamera, nimmt er in den hoffentlich drittletzten Renntag in Angriff. Die Strecke führt während der ersten, noch dunklen Stunden über die leichten Wellen von Sullivan nach Bloomington, das bei Sonnenaufgang durchfahren wird und die Time Station 39 abgehackt werden kann. Unterwegs legt er sich nochmals zwanzig Minuten hin, um zu schlafen.

Die Etappe nach der Mittagspause in Greenburg erinnert beim Durchfahren sofort an das Schwarzenburgerland. Kleine, gewundene Strässchen führen durch unzählige Dörfchen, dazwischen fällt die Strecke mehrmals abrupt ab, um sich nach der Abfahrt zu einem Flussbett auf der anderen Seite sofort wieder heraufzuarbeiten – mühsam und kraftraubend. Geplant war für heute die Strecke bis Chillicothe in Ohio. Um zehn Uhr abends erreicht Nik das Hotel direkt bei der Time Station. Es reicht für ungefähr vier Stunden Ruhe. Danach wartet bereits wieder die „Arbeit“. Bilanz des Tages: 464 Kilometer.

Anstrengend sind die vielen Kilometer für alle im Team. Nach nun achteinhalb Renntagen ohne Unterbruch sind die Kraftreserven fast aufgebraucht. Natürlich bringen die letzten Rennstunden neue Energien hervor. Die Erfahrung zeigt aber, dass sich in den letzten drei Tagen schwere Unfälle ereignen, weil die Teammitglieder übermüdet sind und die Konzentration nachlässt. Deshalb hat sich Nik in Absprache mit der Teamleitung entschieden, dass die Crews im Follow Car nach jede Etappe wechseln. Die Konzentration ist während der Etappen somit höher und das Risiko eines Fehlers oder Unfalls kleiner. Auch im Mobil Home wechseln sich die Fahrer nach jedem Abschnitt ab. Dies bedingt für das RV kürzere Standzeiten an den Time Stations, da es ja immer die ruhenden Begleiter des Follow Cars an den nächsten Ablöseort transportieren muss.

Bild: Timo Schaub

Timon Rupp ist der Initiant und Produzent des Films über die Teilnahme von Nik am RAAM. Wie Timo Schaub und Daniel Jeseneg ist er Student an der Hochschule Luzern in der Studienrichtung „Video“. Im Winter 2009 erfuhr er vom Projekt von Nik und war sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Regie, Kamera, Ton, Fahren und Finanzierung gehören zu seinen Verantwortungen und Kompetenzen. Wir sind sehr gespannt auf die filmische Umsetzung des Abenteuers in den USA.

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5 Antworten zu Früher aufstehen und die Strategie wechseln

  1. Andrea schreibt:

    Ich fiebere von TS zu TS mit und bin voller Bewunderung für diese fantastische Leistung. Nun ist es nur noch von Münsingen nach Paris, ein pussy-footing für unseren Radler. Jetzt schon herzliche Gratulation an alle, v.a. aber an Nik Zeindler mit der Frage, wovon er wohl am meisten träumt?
    Andrea Mü aus Mü

  2. Monika Seiler schreibt:

    … die letzen Meilen (300 Meilen oder 450 km) müssen noch hart verdient sein, das Ziel naht. Bleibt gut aufmerksam. Wir wollen euch wieder gesund zuhause!
    Ein grosser Dank an die Blogautoren, Fotografen.

  3. Matthias schreibt:

    Was ihr da als Team leistet ist genial. Und die Ausdauer von Nik ist unglaublich! Haltet die letzten 500 km unfallfrei durch. Gruss aus der Nachbarschaft. Matthias u Familie

  4. Barbara schreibt:

    Jeden Tag verfolgen wir euren Blog, gespannt was Ihr alles erlebt. Wir drücken dem ganzen Team die Daumen dass Ihr alle Unfallfrei ins Ziel kommt.
    Gruss aus Münsingen Barbara und Fam.

  5. Silvie schreibt:

    witerhin alles gueti u jetzt vor allem take care u i verfolge eu gern witer;)…
    Liebi grüess usem aaretal!silvie

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